Bulgaria / Bulgarien / Bulgarie
Berichterstatterin:
Prof. Dr. Aneta Karageorgieva, Sofia
I. Philosophieunterricht gibt es in der Grundschule in der Form von „Philosophieren mit Kindern“, 1 bis 4 Jahrgang . Die Schüler/innen sind 7 - 10 Jahre alt. Philosophieren mit Kindern ist Wahlfach mit 1 bis 2 Stunden wöchentlich.
In der Mittelschule wird „Philosophieren mit Kindern“, für die Jahrgänge 5 bis 7 angeboten. Das Alter der Schülerinnen und Schüler ist 11 - 15 Jahre. Auch hier wird „Philosophieren mit Kindern“ als Wahlfach mit 1 bis 2 Stunden wöchentlich angeboten.
Im Gymnasium ist Philosophie im 11. Jahrgang für 18jährige Schülerinnen und Schüler Pflichtfach mit 1,5 Stunden wöchentlich und ist schriftliches Abiturfach.
Ethikunterricht gibt es am Gymnasium als Pflichtfach im 10. Jahrgang (Alter der Schüler 17 Jahre), die Zahl der Wochenstunden beträgt 1,5 Stunden.
Am Gymnasium werden auch die folgenden Fächer von den Philosophielehrern unterrichtet:
Logik: Jahrgang 9, Alter 16, 1,5 Stunden wöchentlich
Psychologie, Jahrgang 9, Alter 16, 1,5 Stunden wöchentlich
Rechtsphilosophie, Jahrgang 10, Alter 17, Zahl der Wochenstunden: 1,5
Welt und Person, Jahrgang 12, Alter 19, Zahl der Wochenstunden: 1,5
Die gesetzliche Einführung des Philosophieunterrichts erfolgte 1990, des Ethikunterrichts 1979.
Philosophie und Ethik sind obligatorische Fächer.
Klausuren in Philosophie sind nicht obligatorisch, es ist auch keine bestimmte Zahl von Klausuren vorgeschrieben, je nach Entscheidung des Lehrers sind Tests und/oder Essays möglich. Das Gleiche gilt für Ethik.
Philosophie und Ethik werden nicht alternativ angeboten.
Zusätzlich zum obligatorischen Unterricht gibt es die Möglichkeit, in den Jahrgängen 11 und 12, 2 bis 4 Stunden wöchentlich Geschichte der Philosophie, Erkenntnistheorie, Aesthetik, und Sozialphilosophie zu unterrichten, wenn mindestens 15 Schüler das Fach Philosophie wählen.
Bulgarische Schülerinnen und Schüler nehmen an der nationalen und an der internationalen Philosophie-Olympiade (IPO) teil. Die IPO wurde 1993 auf Initiative bulgarischer Philosophielehrer gegründet.
II. Für den Philosophieunterricht gibt es Standards und Programme mit freier Auswahl von Texten, das Gleiche gilt auch für den Ethikunterricht.
Die Behandlung bestimmter Philosophen im Unterricht ist nicht obligatorisch.
Ethik wird auf der inhaltlichen Grundlage der philosophischen Ethik und Sozialethik unterrichtet.
Die Wahl der Unterrichtsmethode ist für den Lehrer nicht verbindlich. Er wählt seine Methode aus, ebenso in Ethik. Fächer übergreifender Philosophieunterricht findet nur in Einzelfällen statt, ebenso im Ethikunterricht.
Europa als „Wertegemeinschaft“ bzw. als „geistige Einheit“ ist als Gegenstand des Philosophieunterrichts obligatorisch in der Klasse 12 mit 6 Stunden jährlich in allen Schulformen. In Ethik ist dieses Thema obligatorisch in der Klasse 10 mit 4 Stunden jährlich in allen Schulformen.
III. Philosophie und Ethik werden nur von Lehrern mit entsprechender Qualifikation unterrichtet, selten (in kleinen Städten) gibt es Ausnahmen.
Zur Erlangung der Qualifikation zum Philosophielehrer und Ethiklehrer am Gymnasium ist immer ein Universitätsdiplom in Philosophie und in Ethik erforderlich.
Es gibt unterschiedliche Qualifikationsgrade: am Gymnasium - in der Regel Magister, an anderen Schulen Bachelor. Die Qualifikationsgrade in der Ausbildung zum Philosophielehrer sind nicht gesetzlich geregelt. Die Dauer des Studiums der Philosophie für das Lehramt beträgt mindestens 8 Semester (B.A. in Philosophie) Es gibt kein spezielles Ethik-Studium.
Dauer des Referendariats bzw. der praktischen Ausbildung für angehende Philosophielehrer beträgt 6 Kurse von 1 Semester während des Studiums mit folgenden Inhalten: Methodik der Philosophie, Pädagogik, Pädagogische Psychologie, Audiovisuelle und Informationstechnik im Unterricht, Praktikum 1, 2 und 3 und Staatspraktikum, insgesamt 375 Stunden während des ganzen Studiums.
In Ethik gilt dasselbe wie für Philosophie.
An der Sofioter Universität gibt es auch als Wahlfach Philosophieren mit Kindern - 3 Semester, 90 Stunden.
Für Philosophielehrer, die aktiv im Dienst stehen, werden keine obligatorischen Fortbildungskurse zur Didaktik und Methodik des Philosophie- und Ethikunterrichts durchgeführt. Wenn sie stattfinden, sind sie kurz und überwiegend praktisch.
IV. In den letzten 16 Jahren gab es vier Reformen der Philosophielehrpläne, die im Ganzen positiv eingeschätzt werden können, außer dem Fakt, daß die Stunden für die Philosophiefächer für die Oberstufe von 288 in 1990 bis 144 in 1995 reduziert wurden. Die Entwicklung von inhaltlichen und methodischen Standards ist auch ein Fortschritt, aber die Lehrer (wie sie oft mitteilen) brauchen auch sachliche Schwerpunkte innerhalb der Programme und Empfehlungen von Autoren, die relevant für den einzelnen Standard und Programmabschnitt sind.
Philosophielehrerverbände: Gesellschaft der Philosophielehrer (seit 2000), Gesellschaft der Universitätsdozenten der Philosophie (seit 2002), Gesellschaft für die Entwicklung des Philosophierens mit Kindern (seit 1996) Es gibt keinen Ethiklehrerverband.
Die Durchführung eines von der UNESCO empfohlenen „Philosophy Day“ (jeden 3. Do im November) geschieht regelmäßig seit 2003.
Die Wahl der Unterrichtsmethode ist für den Lehrer nicht verbindlich. Er wählt seine Methode aus, ebenso in Ethik. Fächer übergreifender Philosophieunterricht findet nur in Einzelfällen statt, ebenso im Ethikunterricht. Europa als „Wertegemeinschaft“ bzw. als „geistige Einheit“ ist als Gegenstand des Philosophieunterrichts obligatorisch in der Klasse 12 mit 6 Stunden jährlich in allen Schulformen. In Ethik ist dieses Thema obligatorisch in der Klasse 10 mit 4 Stunden jährlich in allen Schulformen.