Slowakei / Slovakia / La Slovaquie
Bratislawa
Ethikunterricht wird in den Grundschulen, an den Gymnasien und in den allen Mittel- und Fachschulen erteilt von der sechsten bis zur neunten Klasse in den Grundschulen (12-15 -jährige Schüler), im ersten und zweiten Studienjahr an den Gymnasien und an den anderen Mittel- und Fachschulen (15-16-jährige Studenten), mit 1Stunde pro Woche. Seit 1918 gibt es Philosophieunterricht. Ethikunterricht gibt es seit der Wende 1989.
Philosophie ist obligatorisches Fach in Rahmen der Gesellschaftskunde.
Ethik ist Ersatzfach für Religionsunterricht.
Es werden keine Klausuren geschrieben, aber je nach Lehrer werden vorläufige Überprüfungen des Lehrstoffes vorgenommen, nicht aber in Ethik.
Philosophie kann mündliches Abiturfach sein, was aber nicht für Ethik gilt.
Philosophie wird nicht alternativ angeboten, wohl aber Ethik.
Es gibt freie Arbeitsgemeinschaften in Philosophie zusätzlich zum obligatorischen Unterricht.
II. Für den Philosophieunterricht und Ethikunterricht gibt es verbindliche Lehrpläne, die vom Ministerium für Schulwesen vorgegeben sind.
Die Lehrer können wählen, ob sie Philosophiegeschichte oder systematische Philosophie unterrichten wollen. Es hängt vom Lehrer ab, ob Ethik als philosophische Ethik oder auf einer anderen Grundlage unterrichtet wird. Nach welcher Methode das Fach Philosophie unterrichtet wird, hängt von der Schulleitung und dem jeweiligen Lehrer ab. Meistens handelt es sich um Vorträge, aber auch Textanalysen, Referate von Studenten und Diskussionen. Auch der Gebrauch der Methode im Ethikunterricht hängt von der Schulleitung und dem Lehrer ab. Häufig werden die Gesprächsform, Diskussionen und inszenierte Spiele angewendet.
Für den Philosophieunterricht stehen zwei Lehrbücher (eins mit Originaltexten) und Anthologien von Werken der Philosophen für die Mittelschule zur Verfügung; es hängt vom Lehrer ab, ob er sich für Originaltexte entscheidet. Im Ethikunterricht werden meistens nur Lehrbücher und Arbeitshefte benutzt. Die Schüler und Schülerinnen werden in der Regel nicht an der Auswahl der Unterrichtsgegenstände beteiligt, es hängt von der Entscheidung des Lehrers ab.
Vor allem im Rahmen des Schulfaches Gesellschaftskunde gibt es fächerübergreifenden Philosophieunterricht. Das Gleiche gilt für den Ethikunterricht.
In der Slowakischen Republik als Angehörige der Kulturgeschichte Europas und Teilhaberin an seinen Werten ist Europa als „Wertegemeinschaft“ bzw. als „geistige Einheit“ Gegenstand des Philosophieunterrichts.
III. An den Gymnasien wird der Philosophieunterricht von fachlich qualifizierten Lehrern durchgeführt, in den anderen Mittelschulen nicht immer.
Das Gleiche gilt für Ethik.
Bedingung für die Qualifikation zum Philosophielehrer am Gymnasium ist eine Hochschulausbildung (an den Philosophischen Fakultäten Studium des Faches Philosophie und an den Pädagogischen Fakultäten Studium des Faches Gesellschaftskunde). Dasselbe gilt für die Qualifikation des Ethiklehrers.
Es gibt keine verschiedenen Qualifikationsgrade in der Ausbildung zum Philosophielehrer und Ethiklehrer. Sowohl das Studium der Philosophie für das Lehramt als auch der Ethik dauert zehn Semester an allen Philosophischen und Pädagogischen Fakultäten in der Slowakei.
Für angehende Philosophielehrer und Ethiklehrer sind eine vorläufige und abschließende Praxis in den Grund- und Mittelschulen vorgesehen, an den Philosophischen Fakultäten insgesamt 6 Wochen, an den Pädagogischen Fakultäten mehr.
Für Philosophie- und Ethiklehrer, die aktiv im Dienst stehen, werden regelmäßig Fortbildungskurse angeboten. Sie werden von sogenannten Methodischen Zentren, den Institutionen des Ministeriums für Schulwesen, organisiert.
IV. Nach der Wende hat sich Philosophieunterricht radikal verändert. Die Marxismus Leninismus-Lehre wurde durch „Philosophie in ihrer Gesamtheit“ ersetzt. Die bis zur Wende vernachlässigte Ethik hat jetzt ihre Renaissance erlebt.